Patent auf Krebsgene ungültig – ändern wird sich wenig

Menschliche DNA ist ein „Produkt der Natur“ – mit diesem Argument verbietet das höchste US-Gericht ein Patent auf Krebsgene. In der Praxis wird das wenig ändern. Die betroffene US-Firma Myriad Genetics hat noch genug andere Patente, die ihre Marktposition sichern.

Vor gut 20 Jahren stießen US-amerikanische Forscher auf eine Goldader. Sie entdeckten mit dem Gen BRCA1 einen Risikofaktor für Brustkrebs, entschlüsselten die DNA-Sequenz (die genaue Abfolge der Buchstaben im Erbgut) und meldeten ein Patent an. Kurz darauf wiederholte sich das Spiel mit einem zweiten Krebsgen, BRCA2. Die Patente landeten bei der frisch gegründeten Firma Myriad Genetics, die sich bald ein Monopol erkämpfte und seitdem ordentlich Umsatz macht – mehr als 500 Millionen US-Dollar im letzten Jahr.

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Gene, Ethik und das Recht auf Nichtwissen

„Ich bestimme selbst, was ich wissen will und was nicht!“ Was selbstverständlich klingt, könnte bald nicht mehr gelten – wenn man in den USA wohnt und das eigene Erbgut sequenzieren lässt. Denn eine medizinische Gesellschaft empfiehlt, dass Patienten zukünftig über Mutationen in 57 Genen informiert werden, ob sie wollen oder nicht. Gegner dieser Regelung pochen auf das Recht auf Nichtwissen und sorgen sich um das Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient.

Das American College of Medical Genetics and Genomics (ACMG), eine einflussreiche Verbindung von Ärzten und Genetikern, legte im März dieses Jahres eine Liste von 57 Genen vor. Was die Gene gemeinsam haben: Ihre Mutation führt zu einem deutlich erhöhten Risiko für Erkrankungen, die bei frühzeitiger Entdeckung noch recht gut behandelbar sind.

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Eizellen – immer neu oder einmal fürs Leben?

Eine Frau wird mit all ihren Eizellen geboren, und diese werden Zeit ihres Lebens nicht erneuert – so die Lehrmeinung seit den 1950er Jahren. Doch vor knapp 10 Jahren kamen massive Zweifel auf, spezialisierte Stammzellen sollten ständig neue Eizellen nachliefern. Aber auch diese Daten kamen unter heftigen Beschuss, und seitdem wogt der Streit hin und her. Der aktuelle Stand: Die Lehrmeinung hatte doch recht.

Denn in Mäusen scheint die Situation eindeutig zu sein, wenn man den Forschern L. Lei und A. Spradling aus Baltimore glauben darf.

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Geklonte menschliche Stammzellen – na und?

Mensch und Klon – beide Begriffe in einer Schlagzeile, das lässt sich gut verkaufen. Und so berichten heute alle Zeitungen groß über die erstmalige Klonierung von menschlichen embryonalen Stammzellen mittels Kerntransfer. Doch der wissenschaftliche Fortschritt hält sich in Grenzen, und auch die praktischen Auswirkungen werden nicht viel größer sein.

US-amerikanische Forscher haben aus einer Hautzelle den Kern entnommen und ihn in eine Eizelle eingesetzt. Daraus entwickelte sich eine Blastozyste (eine frühe Form des Embryos), aus der dann schließlich die embryonalen Stammzellen gewonnen wurden. Diese Methode – somatischer Kerntransfer genannt – erlangte große Bekanntheit, als mit ihr das Klonschaf Dolly erzeugt wurde. Lange hatten Wissenschaftler versucht, diese Methode auch bei menschlichen Zellen anzuwenden. Nun ist es also endlich gelungen. Doch ist dies ein Durchbruch? 

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Pflanze verzichtet auf ‚DNA-Müll‘

Der Zwerg-Wasserschlauch ist ein unscheinbares Gewächs, und sein Genom ist noch bescheidener – keine höhere Pflanze besitzt ein kleineres Erbgut. Die Anzahl der Gene ist zwar normal, doch die DNA-Abschnitte zwischen den Genen – oft als DNA-Müll verunglimpft – fehlen fast vollständig. Dabei erlebt der DNA-Müll gerade eine Renaissance: Viele Forscher glauben, dass er die Aktivität der Gene steuert und unverzichtbar für die Entwicklung von höheren Organismen ist. Widerlegt die Genügsamkeit des Wasserschlauchs diese Theorie? Wohl kaum – auch wenn manche Pressemeldungen dies suggerieren.

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