Stammzellforscher unter Manipulationsverdacht – Schlagzeilen statt Fakten

Der Kardiologe Bodo-Eckehard Strauer hat als erster Stammzellen aus dem Knochenmark eingesetzt, um die Folgen eines Herzinfarktes zu behandeln. Seine angeblichen Erfolge verkündete er gerne auf Pressekonferenzen, die wissenschaftliche Publikation der Daten folgte erst später. Eine genaue Analyse von Strauers Studien hat jetzt eine Vielzahl von Ungereimtheiten an den Tag gebracht.

Für einen Wissenschaftler hatte Bodo-Eckehard Strauer eine erstaunliche Vorliebe für Pressekonferenzen. Statt zuerst die Fachwelt zu informieren, trommelte er etwa im August 2001 eine Schar von Journalisten zusammen und verkündete einen scheinbar bahnbrechenden Erfolg. Stammzellen aus dem Knochenmark eines 46-jährigen Infarkt-Patienten hätten „den Wiederaufbau der Herzwand vorangetrieben“ und die Herzleistung deutlich verbessert. Zeitungen und Strauer hatten ihre Schlagzeilen. Die Fachwelt hingegen reagierte wenig begeistert: Aus einem einzelnen Patienten derart weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, das widersprach allen wissenschaftlichen Standards.

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Eizellen – immer neu oder einmal fürs Leben?

Eine Frau wird mit all ihren Eizellen geboren, und diese werden Zeit ihres Lebens nicht erneuert – so die Lehrmeinung seit den 1950er Jahren. Doch vor knapp 10 Jahren kamen massive Zweifel auf, spezialisierte Stammzellen sollten ständig neue Eizellen nachliefern. Aber auch diese Daten kamen unter heftigen Beschuss, und seitdem wogt der Streit hin und her. Der aktuelle Stand: Die Lehrmeinung hatte doch recht.

Denn in Mäusen scheint die Situation eindeutig zu sein, wenn man den Forschern L. Lei und A. Spradling aus Baltimore glauben darf.

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Geklonte menschliche Stammzellen – na und?

Mensch und Klon – beide Begriffe in einer Schlagzeile, das lässt sich gut verkaufen. Und so berichten heute alle Zeitungen groß über die erstmalige Klonierung von menschlichen embryonalen Stammzellen mittels Kerntransfer. Doch der wissenschaftliche Fortschritt hält sich in Grenzen, und auch die praktischen Auswirkungen werden nicht viel größer sein.

US-amerikanische Forscher haben aus einer Hautzelle den Kern entnommen und ihn in eine Eizelle eingesetzt. Daraus entwickelte sich eine Blastozyste (eine frühe Form des Embryos), aus der dann schließlich die embryonalen Stammzellen gewonnen wurden. Diese Methode – somatischer Kerntransfer genannt – erlangte große Bekanntheit, als mit ihr das Klonschaf Dolly erzeugt wurde. Lange hatten Wissenschaftler versucht, diese Methode auch bei menschlichen Zellen anzuwenden. Nun ist es also endlich gelungen. Doch ist dies ein Durchbruch? 

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