Totipotente Stammzellen – am lebendigen Leibe reprogrammiert

Erstmals wurden in einem lebenden Tier Körperzellen zu Stammzellen umprogrammiert. Die Versuche basierten auf der Methode, mit der pluripotente Zellen im Reagenzglas geschaffen werden. Doch das Ergebnis übertraf die Erwartungen – die erzeugten Stammzellen waren totipotent.

Dass die Reprogrammierung so einfach geht, hatte damals jeden überrascht: Nur vier Gene musste der spätere Nobelpreisträger Shinya Yamanaka in Körperzellen einschleusen, um diese in Stammzellen zu verwandeln. Im Jahr 2006 war das, und schon bald darauf wurden diese induzierten pluripotenten Stammzellen (oder iPS-Zellen) zum heißbegehrten Forschungsobjekt. Doch erzeugen konnte man iPS-Zellen bislang nur im Reagenzglas.

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Von cerebralen und anderen Organoiden

„Mini-Gehirn in der Petrischale“. Bei aller Faszination – ein bisschen dick aufgetragen ist das schon. Denn bei näherem Hinschauen entpuppt sich dieses cerebrale Organoid als chaotischer Zellklumpen, der etwas an ein Gehirn erinnert (zumindest an manchen Stellen). Über Organoide wurde da schon deutlich Spannenderes publiziert.

Ein cerebrales Organoid ist etwa 4 mm groß, hat in der Mitte eine tote Zone und außen Nervenzellen in diversen Entwicklungsstufen. Es entsteht aus menschlichen embryonalen Stammzellen oder umprogrammierten Hautzellen, die wochenlang in einer Petrischale im Kulturmedium schwimmen. Ein pures Labor-Artefakt, sollte man meinen. Und trotzdem rekapituliert dieses seltsame Gebilde wesentliche Schritte in der Entwicklung des menschlichen Gehirns.

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Vatikan fördert Stammzellen, die vermutlich nicht existieren

Eine ethisch einwandfreie Stammzelltherapie verspricht die Biotechnologie-Firma NeoStem, und der Vatikan unterstützt sie mit 1 Millionen US-Dollar. Die Geschäftsidee basiert auf der angeblichen Entdeckung von wandlungsfähigen Stammzellen im Knochenmark, welche embryonale Zellen weitgehend ersetzen sollten. Doch jüngste Studien von unabhängigen Forschergruppen finden keine Spur von diesen Stammzellen.

2006 machte der Forscher Marius Ratajczak eine scheinbar bahnbrechende Entdeckung: Kleine Stammzellen im Knochenmark von Erwachsenen, die so wandlungsfähig und vielseitig sind wie sonst nur embryonale Zellen. Seitdem arbeitet Ratajczak intensiv daran, diese very small embryonic-like cells (VSELs) getauften Zellen für die Stammzelltherapie zu nutzen. Die Vermarktung der Zellen übernimmt die amerikanische Firma Neostem – unter dem hochtrabenden Namen VSELTM Technology.

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Stammzellforscher unter Manipulationsverdacht – Schlagzeilen statt Fakten

Der Kardiologe Bodo-Eckehard Strauer hat als erster Stammzellen aus dem Knochenmark eingesetzt, um die Folgen eines Herzinfarktes zu behandeln. Seine angeblichen Erfolge verkündete er gerne auf Pressekonferenzen, die wissenschaftliche Publikation der Daten folgte erst später. Eine genaue Analyse von Strauers Studien hat jetzt eine Vielzahl von Ungereimtheiten an den Tag gebracht.

Für einen Wissenschaftler hatte Bodo-Eckehard Strauer eine erstaunliche Vorliebe für Pressekonferenzen. Statt zuerst die Fachwelt zu informieren, trommelte er etwa im August 2001 eine Schar von Journalisten zusammen und verkündete einen scheinbar bahnbrechenden Erfolg. Stammzellen aus dem Knochenmark eines 46-jährigen Infarkt-Patienten hätten „den Wiederaufbau der Herzwand vorangetrieben“ und die Herzleistung deutlich verbessert. Zeitungen und Strauer hatten ihre Schlagzeilen. Die Fachwelt hingegen reagierte wenig begeistert: Aus einem einzelnen Patienten derart weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen, das widersprach allen wissenschaftlichen Standards.

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Eizellen – immer neu oder einmal fürs Leben?

Eine Frau wird mit all ihren Eizellen geboren, und diese werden Zeit ihres Lebens nicht erneuert – so die Lehrmeinung seit den 1950er Jahren. Doch vor knapp 10 Jahren kamen massive Zweifel auf, spezialisierte Stammzellen sollten ständig neue Eizellen nachliefern. Aber auch diese Daten kamen unter heftigen Beschuss, und seitdem wogt der Streit hin und her. Der aktuelle Stand: Die Lehrmeinung hatte doch recht.

Denn in Mäusen scheint die Situation eindeutig zu sein, wenn man den Forschern L. Lei und A. Spradling aus Baltimore glauben darf.

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