Eizellen – immer neu oder einmal fürs Leben?

Eine Frau wird mit all ihren Eizellen geboren, und diese werden Zeit ihres Lebens nicht erneuert – so die Lehrmeinung seit den 1950er Jahren. Doch vor knapp 10 Jahren kamen massive Zweifel auf, spezialisierte Stammzellen sollten ständig neue Eizellen nachliefern. Aber auch diese Daten kamen unter heftigen Beschuss, und seitdem wogt der Streit hin und her. Der aktuelle Stand: Die Lehrmeinung hatte doch recht.

Denn in Mäusen scheint die Situation eindeutig zu sein, wenn man den Forschern L. Lei und A. Spradling aus Baltimore glauben darf.

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Geklonte menschliche Stammzellen – na und?

Mensch und Klon – beide Begriffe in einer Schlagzeile, das lässt sich gut verkaufen. Und so berichten heute alle Zeitungen groß über die erstmalige Klonierung von menschlichen embryonalen Stammzellen mittels Kerntransfer. Doch der wissenschaftliche Fortschritt hält sich in Grenzen, und auch die praktischen Auswirkungen werden nicht viel größer sein.

US-amerikanische Forscher haben aus einer Hautzelle den Kern entnommen und ihn in eine Eizelle eingesetzt. Daraus entwickelte sich eine Blastozyste (eine frühe Form des Embryos), aus der dann schließlich die embryonalen Stammzellen gewonnen wurden. Diese Methode – somatischer Kerntransfer genannt – erlangte große Bekanntheit, als mit ihr das Klonschaf Dolly erzeugt wurde. Lange hatten Wissenschaftler versucht, diese Methode auch bei menschlichen Zellen anzuwenden. Nun ist es also endlich gelungen. Doch ist dies ein Durchbruch? 

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Pflanze verzichtet auf ‚DNA-Müll‘

Der Zwerg-Wasserschlauch ist ein unscheinbares Gewächs, und sein Genom ist noch bescheidener – keine höhere Pflanze besitzt ein kleineres Erbgut. Die Anzahl der Gene ist zwar normal, doch die DNA-Abschnitte zwischen den Genen – oft als DNA-Müll verunglimpft – fehlen fast vollständig. Dabei erlebt der DNA-Müll gerade eine Renaissance: Viele Forscher glauben, dass er die Aktivität der Gene steuert und unverzichtbar für die Entwicklung von höheren Organismen ist. Widerlegt die Genügsamkeit des Wasserschlauchs diese Theorie? Wohl kaum – auch wenn manche Pressemeldungen dies suggerieren.

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HIV-Impfung: größte Studie gestoppt

Erneuter Rückschlag bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das AIDS-Virus: Eine Studie mit 2500 Menschen in 19 US-amerikanischen Städten wurde zwei Jahre vor dem geplanten Ende gestoppt – die Impfung schützte nicht vor Ansteckung. Sind derartige Versuche grundsätzlich zum Scheitern verurteilt?

Ein harmloser Adenovirus sollte als Vehikel dienen, um drei Gene des AIDS-Virus in homosexuelle Männer zu transportieren und so einen Impfschutz gegen HIV zu erzeugen. Eigentlich ein guter Ansatz: Der Adenovirus verursacht im schlimmsten Fall leichte Atemwegs-Erkrankungen (der verwendete Virus war noch zusätzlich geschwächt), und die drei HIV-Gene können für sich allein auch keinen Schaden anrichten. Doch bereits in einer älteren Studie gab es Probleme: Die Zahl der Neuinfektionen bei den geimpften Personen war – statistisch allerdings nicht signifikant – höher als in der unbehandelten Kontrollgruppe. Diese STEP genannte Studie wurde 2007 gestoppt.

Ein ähnliches Problem schien sich auch bei der aktuellen Studie (mit Namen HVTN 505) einzustellen.

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Ein Gen – drei Krankheiten

Verschiedene Mutationen desselben Gens lösen drei verschiedene Krankheiten aus. Diese Entdeckung könnte man als seltene Kuriosität abtun, wenn sie nicht auf ein grundlegendes Problem hinweisen würde: Die Auswirkungen von Genmutationen sind kaum vorhersagbar. Oder um es wie ein Biologe zu formulieren – der Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp ist komplex.

In diesen speziellen Fall hat eine deutsch-spanische Forschergruppe das Erbgut eines Patienten mit Fanconi-Anämie untersucht und ist dabei auf eine Mutation in einem Gen namens ERCC4 gestoßen. Das war überraschend, denn ERCC4 war bereits zuvor bei zwei anderen Krankheiten aufgefallen: Xeroderma pigmentosum – eine Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und Neigung zu Hautkrebs – sowie Progerie, einer vorschnell einsetzenden Vergreisung. Blutarmut und ein erhöhtes Risiko von Leukämie und Mund-Tumoren hingegen sind die Kennzeichen von Fanconi-Anämie.

Drei Krankheiten also, die auf den ersten Blick kaum etwas gemein haben. Wie kann ein Gen drei Krankheiten auslösen?

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