HIV-Impfung: größte Studie gestoppt

Erneuter Rückschlag bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das AIDS-Virus: Eine Studie mit 2500 Menschen in 19 US-amerikanischen Städten wurde zwei Jahre vor dem geplanten Ende gestoppt – die Impfung schützte nicht vor Ansteckung. Sind derartige Versuche grundsätzlich zum Scheitern verurteilt?

Ein harmloser Adenovirus sollte als Vehikel dienen, um drei Gene des AIDS-Virus in homosexuelle Männer zu transportieren und so einen Impfschutz gegen HIV zu erzeugen. Eigentlich ein guter Ansatz: Der Adenovirus verursacht im schlimmsten Fall leichte Atemwegs-Erkrankungen (der verwendete Virus war noch zusätzlich geschwächt), und die drei HIV-Gene können für sich allein auch keinen Schaden anrichten. Doch bereits in einer älteren Studie gab es Probleme: Die Zahl der Neuinfektionen bei den geimpften Personen war – statistisch allerdings nicht signifikant – höher als in der unbehandelten Kontrollgruppe. Diese STEP genannte Studie wurde 2007 gestoppt.

Ein ähnliches Problem schien sich auch bei der aktuellen Studie (mit Namen HVTN 505) einzustellen.

Weiterlesen

Ein Gen – drei Krankheiten

Verschiedene Mutationen desselben Gens lösen drei verschiedene Krankheiten aus. Diese Entdeckung könnte man als seltene Kuriosität abtun, wenn sie nicht auf ein grundlegendes Problem hinweisen würde: Die Auswirkungen von Genmutationen sind kaum vorhersagbar. Oder um es wie ein Biologe zu formulieren – der Zusammenhang zwischen Genotyp und Phänotyp ist komplex.

In diesen speziellen Fall hat eine deutsch-spanische Forschergruppe das Erbgut eines Patienten mit Fanconi-Anämie untersucht und ist dabei auf eine Mutation in einem Gen namens ERCC4 gestoßen. Das war überraschend, denn ERCC4 war bereits zuvor bei zwei anderen Krankheiten aufgefallen: Xeroderma pigmentosum – eine Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und Neigung zu Hautkrebs – sowie Progerie, einer vorschnell einsetzenden Vergreisung. Blutarmut und ein erhöhtes Risiko von Leukämie und Mund-Tumoren hingegen sind die Kennzeichen von Fanconi-Anämie.

Drei Krankheiten also, die auf den ersten Blick kaum etwas gemein haben. Wie kann ein Gen drei Krankheiten auslösen?

Weiterlesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen